Zehn-Punkte-Plan zur Steuervereinfachung

Aktuelle Informationen rund um das Thema Steuer.

Zehn-Punkte-Plan zur Steuervereinfachung

Beitragvon hermannwalter » Fr 21. Okt 2011, 08:44

www.steuer-online.de informiert über den geplanten Zehn-Punkte-Plan zur Steuervereinfachung

Die Länder Hessen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Bremen stellen ein länderübergreifend abgestimmtes 10-Punkte-Papier zur weiteren Steuervereinfachung vor. Die Vorschläge betreffen die Bereiche außergewöhnliche Belastungen, Arbeitnehmer, Steuervergünstigungen und Unternehmen. Im Kern gehe es darum, die Vereinfachungswirkung von Pauschbeträgen zu erhöhen, die Belegflut bei Einzelnachweisen zu reduzieren, prüfungsintensive Regelungen zu vereinfachen und Möglichkeiten des Steuermissbrauchs zu verhindern.

Hintergrund: Auf Initiative Hessens hatte sich eine länderübergreifende Expertengruppe der beteiligten Finanzministerien zusammen gefunden. Ziel war es, weitere Ansätze zur Steuervereinfachung zu entwickeln. "Das Steuervereinfachungsgesetz, das gerade erst Bundestag und Bundesrat passiert hat, war ein wichtiger erster Schritt. Das Thema Steuervereinfachung ist und bleibt jedoch eine Daueraufgabe, an der wir kontinuierlich weiter arbeiten müssen“, erklärten die Ressortchefs in Berlin übereinstimmend. „Der besondere Charme unserer Vorschläge ist, dass wir entstehende Einnahmeausfälle mit Maßnahmen gegenfinanzieren, die ebenfalls der Steuervereinfachung dienen“, so Finanzminister Dr. Kühl. Daher sei es das erklärte Ziel, die Vorschläge mit den Kolleginnen und Kollegen in den anderen Ländern zu diskutieren. Am Ende sollte möglichst ein einvernehmlicher Beschluss der Finanzministerkonferenz stehen. Auf dieser Basis könne dann ein Gesetzesvorschlag als Bundesratsinitiative auf den Weg gebracht werden.

Bereich „Außergewöhnliche Belastungen“ (Vorschläge 1 - 3): Die Pauschbeträge für Menschen mit Behinderung sollen erhöht werden und gleichzeitig soll ihrer Abgeltungswirkung neu geregelt werden. Ferner sollen zukünftig die Kosten für Pflegeleistungen und ärztliche Betreuung direkt aus der Rechnung der Pflegeeinrichtung in die Steuererklärung übernommen werden können und nicht mehr künstlich in die Bereiche Pflege, Unterkunft und Verpflegung nach steuerlichen Gesichtspunkten aufgesplittet werden müssen. Des Weiteren sollen nur noch Unterhaltszahlungen an Bedürftige im Inland steuerlich abgezogen werden können.

Bereich „Arbeitnehmer“ (Vorschläge 4 - 6): Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag (durch das Steuervereinfachungsgesetz 2011 erhöht auf 1.000 Euro) soll in drei separate Pauschbeträge für Aufwendungen für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte (560 Euro), Aufwendungen für die berufliche Nutzung privater Computer sowie Kontoführungsgebühren (140 Euro) und in Aufwendungen für übrige Werbungskosten (300 Euro) aufgeteilt werden. Des Weiteren soll die Steuerfreiheit von Arbeitgeberleistungen zur Kinderbetreuung an die steuerliche Behandlung der Kinderbetreuungskosten als Sonderausgaben angeglichen werden und die 44-Euro-Freigrenze für Sachbezüge soll abgeschafft werden. Letzteres sorge dafür, dass die Freigrenze nicht mehr sachwidrig als Steuerbefreiung für Gutscheine genutzt werden könne.

Bereich „Steuervergünstigungen“ (Vorschläge 7 - 9): Bei der Steuerermäßigung für Handwerkerrechnungen soll ein Sockelbetrag in Höhe von 300 Euro eingeführt werden, bis zu dem Rechnungsbeträge unberücksichtigt bleiben. Die teilweise Steuerbefreiung des sogenannten Carried Interest (Initiatorenvergütungen) bei Private Equity-Fonds soll abgeschafft werden und die Arbeitnehmer-Sparzulage in die Altersvorsorgezulage integriert werden. Damit soll das beliebte Instrument der vermögenswirksamen Anlage zugunsten des Altersvermögensaufbaus beim „Riestersparen“ eingesetzt werden können.

Bereich „Unternehmen“ (Vorschlag 10): § 15a EStG soll umgestaltet werden, indem die Verquickung von Handelsrecht und Steuerrecht innerhalb der Vorschrift gelöst werden soll. Das bislang für den Verlustabzug maßgebende Handelsrecht soll durch bekannte steuerliche Ansätze ersetzt werden.

Quelle: Newsletter des Hessischen Ministeriums der Finanzen v. 14.10.2011
hermannwalter
 
Beiträge: 25
Registriert: Do 8. Sep 2011, 12:38

Zurück zu Steuer News

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron