Die Veranlagung von Ehegatten

Aktuelle Informationen rund um das Thema Steuer.

Die Veranlagung von Ehegatten

Beitragvon hermannwalter » Mi 12. Okt 2011, 15:01

http://www.steuer-online.de informiert:

Ehegatten haben gemäß § 26 Abs. 1 EStG jedes Jahr bei Abgabe der Steuererklärung die Wahl zwischen der Zusammenveranlagung, der getrennten Veranlagung und im Jahr der Heirat auch der besonderen Veranlagung. Das gilt aber nur unter folgenden Voraussetzungen:

- Beide Ehegatten müssen unbeschränkt steuerpflichtig sein, d.h. ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Bundesgebiet haben,
- sie müssen miteinander verheiratet sein und
- sie dürfen nicht das ganze Jahr über dauernd getrennt gelebt haben.

Bei einer Trennung am 2.1. oder einer Heirat am 30.12. haben die Ehegatten für einen Tag zusammengelebt und dürfen somit ihr Wahlrecht ausüben, wie sie sich im Kalenderjahr veranlagen lassen wollen.

Steuerlich wird nicht zwischen Ehegatten und Geschiedenen der dicke Strich gezogen, vielmehr wird unterschieden zwischen Ehegatten, die zumindest einen Teil des Jahres noch zusammengelebt haben, und Ehegatten, die das ganze Jahr über dauernd getrennt gelebt haben. Daher treten steuerliche Änderungen nicht erst mit dem Zeitpunkt der Scheidung ein, sondern in den allermeisten Fällen schon vorher, nachdem die Ehegatten sich getrennt haben.

Ehegatten, die sich im Laufe eines Kalenderjahres trennen, sind für das Finanzamt noch ein Paar und werden für das Trennungsjahr letztmalig wie Ehegatten behandelt. Sie können zwischen der Zusammenveranlagung und der getrennten Veranlagung wählen. Es reicht das Zusammenleben für einen Tag im Kalenderjahr. Auch im Jahr der Scheidung können sich die Ehegatten noch zusammen veranlagen lassen, falls sie vor der Scheidung tatsächlich noch zusammengelebt haben. Spätestens ab dem Jahr nach der Scheidung ist dann nur noch die Einzelveranlagung möglich.

Sobald Ehegatten vom 1.1. bis 31.12. eines Kalenderjahres »dauernd getrennt leben«, können sie nicht mehr wie Ehegatten besteuert werden. Wie bei einem Alleinstehenden ist nur noch die Einzelveranlagung möglich, auch wenn die Ehe noch besteht. Ein »dauerndes Getrenntleben« liegt vor, wenn die Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft der Ehegatten auf Dauer nicht mehr besteht (R 26 Abs. 1 EStR 2008). Im Prinzip kommt es darauf an, ob die Ehegatten noch in einer gemeinsamen Wohnung oder schon in getrennten Wohnungen leben.

Starten Ehegatten nach längerem Getrenntleben einen Versöhnungsversuch und kommt es erneut zu einer ehelichen Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft, wird dadurch das dauernde Getrenntleben unterbrochen (Hessisches FG vom 14.4.1988, 9 K 70/85, EFG 1988 S. 639). Dann kann auch die Zusammenveranlagung wieder gewählt werden. Ein gemeinsamer Urlaub gilt leider nicht als Versöhnungsversuch (FG Köln vom 14.10.1992, 3 K 666/92, EFG 1993 S. 379). Das FG Nürnberg verlangt ein Zusammenleben von über einem Monat (FG Nürnberg vom 7.3.2005, VI 160/2004, DStRE 2005 S. 938).
hermannwalter
 
Beiträge: 25
Registriert: Do 8. Sep 2011, 12:38

Zurück zu Steuer News

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron